Mückenschutz

Was wirklich gegen Mücken hilft

Mücken (Schnacken, Gelsen) können uns die lauen Sommernächte so richtig vermiesen. Jucken, allergische Reaktionen oder im schlimmsten Falle die Übertragung von Krankheiten können die kleinen Plagegeister mit sich bringen. Die Frage nach dem besten Mückenschutz beschäftigt deshalb Laien und Fachwelt. Dieser Artikel gibt einen Überblick über das Problem der Mücken im Allgemeinen und den den Mückenschutz im Besonderen.

Veröffentlicht am:  01. August 2010

Letzte Änderung:  21. Oktober 2012

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Wer sticht denn da?

Mücken, genauer Stechmücken, ernähren sich überwiegend von zuckerhaltigen Pflanzensäften. Leider sind jedoch für die Produktion der Eier Blutproteine nötig. Uns attackieren also nur weibliche Mücken. In unseren Breiten gibt es an die 46 Arten stechender Mücken, von denen ca. die Hälfte auf Menschenblut spezialisiert ist.

Die Mückenlarven entwickeln sich in stehenden Gewässern, vom See bis zur kleinen Pfütze. Die Eier können bis zu 5 Jahre überleben und auch harte Winter machen ihnen nichts aus. Es besteht dann sogar eher das Problem, daß ihre natürlichen Feinde (wie Pilze und Bakterien) durch die Kälte absterben und dadurch die Mücken massenhafter auftreten.

Der Schwerpunkt dieses Artikels befaßt sich mit dem persönlichen Mückenschutz. Die Motivation hierzu ergab sich aus vielen Aufenthalten in Sizilien. Um sich das Wandern in Siziliens Bergen und das Relaxen unter der sizilianischen Sonne und an Siziliens Stränden nicht vermiesen zu lassen, sollte man sich rechtzeitig um den Schutz vor Mücken kümmern.

Das Bild rechts oben zeigt den wirkungsvollsten und völlig nebenwirkungsfreien Mückenschutz mittels eines Moskitonetzes in einer Ferienwohnung der Sprachschule Solemar Sicilia in Bagheria (hier kann man übrigens nicht nur mit dem Blick auf Berge und Meer Italienisch lernen, sondern wird auch in die Geheimnisse der sizilianischen Küche eingeführt). Der zumeist frische Wind am Golf von Palermo sorgt zwar für eine relative geringe Mückenlast aber für einen empfindlichen Menschen kann bereits ein einziger Stich unangenehm sein.

Eine Reise nach Sizilien ist mittlerweile übrigens besonders einfach und preisgünstig da Ryanair seit einigen Jahren den Flughafen Trapani anfliegt. Diese Routenplaner für Sizilien zeigt detailliert, wie man vom Flughafen Trapani zu den Ferienwohnungen der Sprachschule Solemar Sicilia in Cefalu, Mongerbino und Santa Flavia gelangt.

Von Trapani aus kommt man aber auch sehr gut mit Bus und Bahn in diese drei Ferienorte. Dabei hilft unter anderem diese Anleitung zur Fahrplan-Auskunft der Trenitalia.

 

Was lockt Mücken an?

Es gibt viele Mythen darüber, was die Mücken anlockt. Süßes Blut, Schweiß, Parfüm sagt der Volksmund.

Tatsächlich ist es aber vor allem unser Geruch, der die Mücken auf unsere Spur lockt. Es handelt sich um eine Kombination aus dem Kohlendioxid, das wir ausatmen und anderen Stoffen, die wir auf unserer Haut bilden und abgeben, wie zum Beispiel Fettsäuren oder Milchsäure, wobei die Zersetzungsprodukte des Fußschweißes besonders attraktiv sind. Hier haben wir also einen wichtigen Ansatzpunkt für den Mückenschutz.

Über diese chemischen Informationen findet die Mücke mit Hilfe ihrer feinen Sinneszellen zielsicher ihren Wirt, auch über eine Entfernung von mehreren Metern, so zum Beispiel durch das geöffnete Fenster in einer Sommernacht. Bestimmte Geruchskombinationen locken die Mücken stärker an als andere, so daß tatsächlich manche Menschen stärker frequentiert werden. Nahrungsmittel wie Knoblauch haben keinen Einfluß auf die Stichhäufigkeit.

Frauen werden vermutlich häufiger gestochen als Männer, da sie weniger schützende Köperbehaarung und eine dünnere Haut haben. Mücken können dunkle Farbe erkennen, so daß helle Kleidung mehr Schutz bietet. Wärme und Feuchtigkeit ist ebenfalls ein Faktor, auf den Mücken reagieren, deshalb ist kühle Haut (nach dem duschen) weniger stichanfällig. Ausserdem werden die Mücken durch den Geruch verfaulender Bakterien angezogen, weshalb häufiges Waschen hilft, aber leider nur kurzfristig, da der Körper sehr schnell wieder seine typischen Ausdünstugen entwickelt. Das Atmen und Ausdünsten können wir leider nicht einstellen. Wir kommen also um einen speziellen Mückenschutz nicht herum.

 

Welcher Mückenschutz hilft wirklich?

Der beste Mückenschutz ist selbstverständlich die Abwesenheit der Plagegeister. Daher sollte man verhindern, daß Mücken überhaupt heranwachsen. Mögliche Brutstätten sind z.B. offene Regentonnen, nicht entleerte Gefäße oder verstopfte Dachabläufe. Sie zu beseitigen ist ein erster wichtiger Schritt des Mückenschutzes.

Der zweitbeste Mückenschutz ist das Aussperren von Mücken mit mechanischen Mittel. Dazu dienen Netze vor den Fenstern sowie Moskitonetze über dem Bett. Für den Urlaub bietet sich ein Moskitonetz mit Fiberglasstäben an. Man kann es einfach aufstellen, benötigt also keine Aufhängung. Dicht gewebte, nicht eng anliegende Kleidung hält die Mücken von der Haut fern, wobei man helle Kleidung bevorzugen sollte.

Auch der Wind ist ein mechanischer Mückenschutz. Mücken sind klein und leicht und haben daher einem scharfen Luftzug nichts entgegen zu setzen. Herrscht gerade Flaute, führt auch ein kräftiger Ventilator zum Ziel.

Der Körpergeruch ist zwar der wichtigste Attraktor für Mücken aber auch Licht zieht sie an. Sie können allerdings gelbes Licht nicht wahrnehmen. Es empfiehlt sich also im Freien weiße Glühlampen gegen gelbe auszutauschen.

All diese Methoden des Mückenschutzes haben den Vorteil, daß sie ohne chemische Mittel auskommen. Ihr Nachteil ist, daß sie nicht überall anwendbar sind. Für diese Fälle müssen wir den Geruchssinn der Mücken stören.

 

Mückenschutz über den Geruchssinn

Wie im Abschnitt Was lockt Mücken an? gesehen, lassen sich die Mücken vor allen Dingen durch ihren Geruchssinn leiten. Daher ist offensichtlich, daß ein wirksamer Mückenschutz genau hier den Hebel ansetzt.

Genau das tun Rauchspiralen. Sie werden wie Weihrauchstäbchen angezündet und verbreiten dann die schützenden Rauchwolken. Eigene Erfahrungen zeigen, daß man am besten mehrere Spiralen um den Aufenthaltsort herum gruppiert und zum Schutz der Beine auch unter Tische stellt. Die meisten Menschen empfinden den Rauch nicht als unangenehm. Trotzdem sollte man ihn weder konzentriert einatmen noch in geschlossenen Räumen nutzen.

Als mindestens ebenso wirksamer Mückenschutz haben sich die sogenannten "Repellents" erwiesen. Das sind Stoffe, die auf die Haut aufgetragen werden und die chemische Zusammensetzung der Ausdünstungen sowie Temperatur und Feuchtigkeit der Hautoberfläche verändern und somit die Mücken vertreiben (lat. repellere). Es handelt sich nicht um Insektenvernichtungsmittel, deshalb nützt es nichts, diese direkt auf die Mücken zu sprühen.

Folgende zwei Wirkstoffe stehen im Mittelpunkt des Mückenschutzes:

  • Das bekannte Autan enthält den Wirkstoff Icaridin (synonym: Bayrepel), von dem laut Ärzteblatt keine Gesundheitsgefahr ausgeht. Der Wirkstoff wirkt bis zu 8 Stunden gegen Stechmücken.
  • Diethyltoluamid (DEET) wurde 1946 für den Einsatz bei der US-Armee entwickelt und ist laut dem Stiftung Warentest-Artikel Bis aufs Blut (Mai 2010) der wirksamste Stoff auch gegen tropische Mücken:

Alle Repellents können die Atemwege und Augen reizen. Die häufige Anwendung hochdosierter DEET-Produkte kann ausserdem die Haut reizen und Störungen des Nervensystems hervorrufen. Bei allen genannten Mitteln (auch die zum Auftragen nach einem Stich) muß man darauf achten, ob diese für Kinder geeignet sind, bzw. ab welchem Lebensjahr. Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

 

Welcher Mückenschutz wenig oder gar nicht hilft

Wörter wie "Icaridin" oder "Diethyltoluamid" klingen nicht besonders sympathisch. Ganz anders ätherische Öle wie z.B. Lavendel, Zitronella und Sandelholz. Leider helfen sie aber nur wenig oder kurzzeitig. Sie verdunsten sehr schnell und müßten, um nachhaltig wirksam zu sein, häufig und in Konzentrationen aufgetragen werden, die für Menschen nur schwer erträglich sind.

Ein weiterer unwirksamer Mückenschutz sind UV-Licht-Fallen. Sie können sogar extrem schädlich sein, da sie andere harmlose Insekten anlocken und töten. Der häufig angepriesene akustische Mückenschutz mit Hilfe von Geräten, die sehr hohe Töne aussenden, hat sich in Feldstudien ebenfalls als nicht wirksam erwiesen.

 

Was passiert im Körper nach dem Mückenstich?

Mücken geben drei verschiedene Substanzen ab, um eine möglichst große Blutausbeute zu erzielen:

  • ein Betäubungsmittel, damit wir den Stich nicht spüren,
  • ein Antigerinnungsmittel, damit das Blut flüssig bleibt und gesaugt werden kann und
  • ein gefäßerweiterndes Mittel, damit möglichst viel Blut zur Verfügung steht.

Wenn wir nun allergisch auf diesen injizierten Cocktail reagieren, bilden sich juckende Quaddeln oder sogar nässende, geschwollene Stellen.

Ausgelöst werden diese Reaktionen durch das von den zum Immunsystem gehörenden Mastzellen ausgeschüttete Histamin, das eine Erweiterung der Gefäße und eine Stimulierung der in der Haut befindlichen Nerven bewirkt. Das Ergebnis ist Rötung und Juckreiz sowie Schwellungen und Ödeme durch austretendes Blutplasma. Diese Immunreaktion gehört normalerweise zu einer Kette von wichtigen Reaktion des Körpers auf unerwünscht eindringende Stoffe, bei einer allergischen Reaktion handelt es sich aber um eine "unnötige" überschießende Immunantwort.

 

Was tun nach einem Stich?

Gegen Juckreiz und Schwellungen helfen kalte Umschläge oder juckreizstillende Gels und Salben. Es gibt zwei Wirkstoffe, die man nach einem Stich anwenden kann:

  • Antihistaminika hindern das Histamin daran, an Rezeptoren anzudocken und so seine entzündungsfördernde Wirkung zu entfalten. Es darf nicht auf offenen Wunden oder entzündeten Stellen angewendet werden.
  • Hydrocortison mindert den endzündlichen Prozeß und den Juckreiz. Es gibt verschieden dosierte Cremes, die man je nach Symptomausprägung einsetzt.

Sogenannte Thermostifte (auch "Stichheiler" genannt) werden auf den Stich aufgesetzt und erhitzen die Stelle kurzfristig auf 50° C. Die Wirkung soll auf einer Zerstörung der Eiweißbestandteile des von den Mücken injizierten Speichels beruhen. Die Wirkung ist nicht wissenschaftlich belegt, in Foren berichten Personen jedoch von deutlicher Linderung.

 

Tropenkrankheiten auch bald bei uns?

Mücken, die Tropenkrankheiten übertragen könnten, gibt es auch bei uns, z.B. sind hier sechs Anopheles-Mückenarten beheimatet, die Malaria übertragen können. Die Mücken tragen den Erreger aber nicht von vornherein im Körper, sondern verbreiten die Infektion, indem sie Blut eines infizierten Menschen saugen und danach einen anderen Menschen stechen und den Erreger übertragen.

Es ist also für die Verbreitung der Krankheiten von entscheidender Bedeutung wie sorgsam sich der Mensch in Urlauben vor Infektionen mit Tropenkrankheiten schützt, damit diese nicht mit nach Deutschland gebracht werden. So ist die Malaria z.B. auch in Thailand stark verbreitet, aber kaum ein Urlauber nutzt hier einen Mückenschutz.

Interessantes Detail am Rande: Sizilien wurde erst 1970 von der Weltgesundheitsorganisation als malariafrei eingestuft. Das zeigt, wie geografisch nahe wir bereits den Tropenkrankheiten waren und wie nahe wir diesen jetzt durch die Veränderung des Wetters und die damit einhergehenden verbesserten Lebensbedingungen für Mücken (z.B. häufigere tropische Nächte über 20°) im Verbund mit der zunehmenden Fernreisetätigkeit sind. Der Mückenschutz wird also auch in Europa immer wichtiger.

 

 

 

 

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