Agrigento – Hotspot des antiken Griechenland

Tempel, Krimis, Schlammvulkane

Wer hoch steigt, kann auch tief fallen. Agrigento legt dafür ein beredtes Zeugnis ab: Im Altertum eine der reichsten Städte im Mittelmeerraum, ist Agrigento heute eine der ärmsten Städte Italiens. Aber das trockene Zahlenwerk der Ökonomen ist natürlich nicht alles. Tatsächlich ist Agrigento auch heute noch reich – an weltweit einmaliger Kultur und Natur. Das gilt einmal für die Stadt selber aber vor allen Dingen auch für die Umgebung von Agrigento. Von ihnen beiden handelt dieser Artikel.

Veröffentlicht am:  01. November 2012

Letzte Änderung:  02. Dezember 2012

Autorin:  

 

Agrigento vom antiken Griechenland bis heute

Agrigento ("Girgenti" auf Sizilianisch) gilt als die griechische Stadt Siziliens. Der Grund dafür ist das Tal der Tempel. In diesem UNESCO Weltkulturerbe könnt ihr mehr als 10 teilweise sehr gut erhaltene griechische Tempel bewundern. Griechischer geht es selbst im heutigen Griechenland nicht.

Diese Dominanz des antiken Griechenland überdeckt die anderen Wurzeln Agrigentos fast vollständig. So erlebte die Stadt z.B. auch unter den Arabern eine Blütezeit. Agrigento war damals der große Konkurrent Palermos. Kein Wunder, ist doch die Lage Agrigentos aus arabischer Sicht deutlich besser.

Den Arabern folgten die Normannen. Sie schlugen die Araber zwar militärisch, hatten aber nichts gegen ihre Kultur und vor allen Dingen nicht gegen den Handel mit Nordafrika. Agrigento blieb daher eine der wichtigsten Städte Siziliens.

Das änderte sich allerdings unter den Nachfolgern der Normannen. Besonders die Spanier hatten kein großes Interesse an Agrigento. Für sie waren die an der Westspitze Siziliens gelegenen Städte Marsala und Trapani deutlich attraktiver.

Im 19. Jahrhundert erlebte Agrigento dann eine neue Blütezeit. Im Hinterland, bis hinauf nach Enna, gab es zahlreiche Schwefelminen. Sie deckten damals sage und schreibe 75% des Schwefel-Weltmarkts ab. Der Export lief über die "Molo di Girgenti", den Hafen von Agrigento. Er liegt ein paar Kilometer ausserhalb und heißt heute Porto Empedocle.

Für Besucher stellt sich das heutige Agrigento dreiteilig dar. Der Stadtkern liegt etwa 4km vom Meer entfernt auf einem Felsen. Er teilt sich in einen westlichen und einen östlichen Stadtteil.

Der westliche Stadtteil beherbergte zur Zeit des alten Griechenland die Akropolis und heute die Altstadt. Der östliche Stadtteil ist ein Neubaugebiet, touristisch also weniger interessant. Der dritte Stadtteil ist dann Griechenland pur: Es ist das Tal der Tempel.

Heute heißt nicht nur die Stadt Agrigento, sondern auch die sie umgebende Provinz. Dieser Artikel beschreibt Sehenswürdigkeiten sowohl in der Stadt als auch in der Provinz Agrigento.

 

Agrigento erkunden

Agrigento besucht sich natürlich am besten während eines Sizilien-Urlaubs. Gerade für einen typischen Badeurlaub bietet sich hier an der Küste eine große Auswahl von Hotels. Wer aber etwas mehr als Meer möchte, sollte sich in der Nähe von Palermo einquartieren. Kaum irgendwo sonst liegen nämlich die Naturschätze und die Kulturschätze Siziliens so dicht beieinander.

Und selbst die alten Griechen haben sich hier rumgetrieben: Mit Solunto – im heutigen Santa Flavia gelegen – sind sogar die Grundmauern und Straßen einer ihrer Städte vollständig erhalten. Kein Wunder also, daß auch Goethe während seiner Sizilien-Reise die meiste Zeit in Palermo und Umgebung verbrachte.

Aus heutiger Sicht war Palermo damals eher eine ruhige Kleinstadt. Das ist mittlerweile ein wenig anders. Es empfehlen sich daher Ferienwohnungen vor den Toren Palermos.

Hier sind drei Beispiele dafür. Sie fallen besonders durch eine gute Anbindung an die Trenitalia auf. Ein weiteres Plus: Die Betreuung der vorgeschlagenen Ferienwohnung ist deutschsprachig:

 

Die Karte von Agrigento

Google Maps Pin Die Schwefelmine Cozzo Disi
Google Maps Pin Macalube – Die Schlammvulkane von Aragona
Google Maps Pin Parkhaus an der Piazza Giuseppe Sinatra
Google Maps Pin Piazza Giuseppe Sinatra
Google Maps Pin Piazza Luigi Pirandello
Google Maps Pin Via Atenea – Palazzo dell’Orologio
Google Maps Pin Via Atenea – Chiesa del Purgatorio
Google Maps Pin Via Atenea – Chiesa di Santa Rosalia
Google Maps Pin Porta di Ponte
Google Maps Pin Piazzale Aldo Moro
Google Maps Pin Piazza Don Giovanni Minzoni
Google Maps Pin Dom von Agrigento
Google Maps Pin Tal der Tempel – Heratempel
Google Maps Pin Tal der Tempel – Concordiatempel
Google Maps Pin Tal der Tempel – Heraklestempel
Google Maps Pin Tal der Tempel – Tempel des Olympischen Zeus
Google Maps Pin Tal der Tempel – Heiligtum der chthonischen Gottheiten
Google Maps Pin Tal der Tempel – Garten
Google Maps Pin Porto Empedocle
Google Maps Pin Villa Romana di Durrueli
Google Maps Pin Villa Romana – Parkplatz
Google Maps Pin Scala dei Turchi – Eingang
Google Maps Pin Scala dei Turchi
Google Maps Pin Torre Salsa – Zufahrt
Google Maps Pin Torre Salsa – Parkplatz
Google Maps Pin Torre Salsa – Strand

Ihr könnt die Karte auch mit Google Street View erkunden. Mit einem Klick auf den folgenden Link öffnet sich ein entsprechendes Fenster:

Agrigento – Hotspot des antiken Griechenland

 

Piazza Giuseppe Sinatra

Wenn ihr die Altstadt von Agrigento mit dem Auto besucht, "landet" ihr zumeist im Parkhaus unterhalb der Piazza Giuseppe Sinatra. Es kostet überraschend wenig und erspart euch die "Kurbelei" um die Altstadt herum.

Verlasst ihr das Parkhaus, habt ihr einen wunderbaren Panoramablick auf das gesamte Gebiet zwischen Stadt und Meer – mittendrin: das berühmte Tal der Tempel. Der Platz, der diesen Panoramablick bietet, ist Giuseppe Sinatra gewidmet.

Nein – nicht Frank Sinatra. Dessen Vater war zwar auch Sizilianer – er stammte aus Palermo – war aber als Kind mit seinen Eltern in die USA immigriert.

Die Familie Sinatra aus Agrigento hatte dagegen gar keinen Grund zu immigrieren. Sie besaß Ende des 18. Jahrhunderts in der Hauptgeschäftsstraße, der Via Atenea, einen gut gehenden Stoffhandel.

Zur Jahrhundertwende übernahmen die Brüder Francesco und Giuseppe die Firma. Sie waren im Rahmen der damaligen Zeit moderne Geschäftsleute – und sie blickten weit über ihren Tellerrand hinaus. Francesco Sina­tra engagierte sich intensiv für das Tal der Tempel, sein Bruder Giuseppe interessierte sich für die damals noch neue Kunstform der Fotografie. In diesem Zusammenhang traf er auf den palermitanischen Maler Francesco Lojacono.

Lojacono war einer der ersten Maler, der Fotos als Vorlagen nutzte. Mit seinen realistischen Bildern sizili­anischer Landschaften wurde er in ganz Europa bekannt. Giuseppe Sinatra begann die Bilder von Francesco Lojacono zu sammeln. Im Laufe der Zeit kamen mehr und mehr Künstler hinzu. Sinatra hängte sie sich aber nicht in die gute Stube, sondern stellte sie öffentlich aus. Bei einem solchen Engagement darf dem Gönner schon mal ein Platz gewidment sein.

 

Piazza Luigi Pirandello

Gut 50m weiter treffen wir auf die nächste Piazza. Sie wurde Luigi Pirandello gewidmet. Er ist einer der größten Söhne Agrigentos, brachte er doch 1934 sich und damit der Stadt den Nobelpreis für Literatur ein.

Plätze, die wichtigen Personen gewidment sind, werden zumeist auch von wichtigen Gebäuden gesäumt. Im Fall der Piazza Luigi Pirandello sind es der Palazzo Municipale (Rathaus), die Basilica di San Domenico, das Teatro Pirandello, das Museo Civico (Stadtmuseum) und das ehemalige Collegio di San Filippo Neri.

Das Rathaus, die Basilica und das Theater verschmelzen nahezu ineinandern, denn früher war der gesamte Komplex ein Domenikaner-Kloster. Das heutige Rathaus war der Wohnbereich der Mönche. Was blieb, war die Kirche des Klosters – die Basilica di San Domenico.

1870 begann der berühmte sizilianische Architekt Giovan Battista Filippo Basile hinter dem Rathaus ein The­ater zu bauen. Dabei verschmolz er beide Gebäude: Man betritt daher das Theater und sein Foyer durch den großen Eingang des Rathauses. 1880 wurde es eröffnet und der italienischen Königin Regina Margherita gewidmet.

Das Teatro Regina Margherita war, nach denen in Palermo und Catania, das drittgrößte Siziliens. Agrigento ist zwar heute eine der ärmsten Städte Italiens, war damals aber wegen der Schwefel-Industrie sehr reich. Und da kann man sich auch als recht kleine Stadt ein solch prächtiges Theater schon einmal gönnen. 1946 entschied der Stadtrat von Agrigento das Gebäude in Teatro Luigi Pirandello umzubenennen.

Genau gegenüber dem Rathaus befindet sich das Museo Civico (Stadtmuseum). Auch dieses Gebäude hat einen kirchlichen Ursprung: es gehörte die Augustinern. 1863 richtetet der Historiker und Archäologe Giu­seppe Picone hier das Museo Civico ein. Es war – wen wird es wundern – stark archäologisch ausgerichtet.

Das änderte sich im 20. Jahrhundert deutlich. Die Ausgrabungsfunde aus dem Tal der Tempel stapelten sich irgendwann bis unter die Decke. Sie zogen daher bald in ein speziell gebautes Museum im Tal der Tempel. Damit gab es jetzt Platz für die Sammlung von Giuseppe Sinatras. So wurde aus dem Museo Civico eine Pinakothek. Sie ist 2009 in das ehemalige Collegio di San Filippo Neri umgezogen.

Dieser dritte ehemalige Sakralbau liegt dort, wo die Piazza Luigi Pirandello in die Via Atenea übergeht. Gebaut wurde es 1703 für den Orden des Heiligen Philipp Neri, dem Lieblingsheiligen des Italienreisenden Goethe.

Am 11. Mai 1860 landete Giuseppe Garibaldi in Marsala und eroberte Sizilien für das neu entstehende Italien. Dieses wurde damals von dem wesentlich fortschrittlicheren, von der Aufklärung beeinflussten Piemont dominiert. Damit brachen für die bisher in Sizilien sehr einflussreiche Kirche schwere Zeiten an.

So wurde das Collegio di San Filippo Neri zu einer Oberschule mit naturwissenschaftlicher Ausrichtung – damals etwas nahezu Unerhörtes. Zu allem Überfluss widmete man die Schule auch noch dem in Agrigento geborenen Michele Foderà. Er war einer der ersten Wissenschaftler, die sich der Neurophysiologie verschrieben hatten.

Ausserdem setzte er sich in der Revolution von 1848 für ein demokratisches Sizilien ein. Diese Revolution kostete ihn das Leben. Das Istituto Tecnico Michele Foderà aber existiert – an einem anderem Ort – bis heute. Und es sollte noch "schlimmer" kommen: neben der Schule richtete man zusätzlich ein Museum für Naturkunde, eine Sternwarte und eine große Bibliothek ein. Schrecklich diese Aufklärer und Demokraten. Mit dem Umzug der Pinakothek hat das Collegio di San Filippo Neri seit 2009 dann aber eine völlig neue Ausrichtung bekommen.

 

Via Atenea – Palazzo dell’Orologio

In der Piazza Luigi Pirandello vor dem ehemaligen Colle­gio di San Filippo Neri stehend, befinden wir uns am westlichen Ende der Via Atenea. Dieses ist die Haupt­einkaufsstraße Agrigentos und entsprechend belebt. Nach etwa 150m treffen wir auf den Palazzo della Camera di Commercio (Haus der Handelskammer), auch Palazzo dell’Orologio (Haus der Uhr) genannt.

Hierbei handelt es sich ausnahmsweise um keinen Bau des Barocks: Der Palazzo dell’Orologio entstand Mitte des 19. Jahrhunderts. Damals kam überall in Europa der Bau­stil des Mittelalters wieder in Mode. Das wohl bekannteste Beispiel für diesen neogotischen Stil ist der Westminster Palast in London. Im damals durch die Schwefelindustrie reichen und export-orientierten Agrigento kam man damals schnell auf den Geschmack.

Der Neogotik-Hype war genau das richtige für ein reprä­sentatives Rathaus – denn das war der Palazzo dell’Orologio zu Beginn.

Aus heutiger Sicht wirkt das Gebäude allerdings eher zurückhaltend. Damals aber hatte Agrigento gerade einmal 17.000 Einwohner. Für sie reichte der Palazzo dell’Orologio allemal. Heute sind es dagegen über 50.000.

Der Palazzo dell’Orologio war also irgendwann zu klein für ein Rathaus. Der Bürgermeister zog um und machte dem Direktor der Banca d’Italia Platz. Auch letzterer suchte sich irgendwann eine neue Bleibe und verkaufte den Palazzo dell’Orologio an die Handelskammer.

Für den Namen "Haus der Uhr" ist vermutlich das Vorgänger-Gebäude verantwortlich. Seinen Turm schmückte demnach eine der ältesten öffentlichen Uhren ganz Siziliens.

 

Via Atenea – Chiesa del Purgatorio

Gut 100m weiter erweitert sich die Via Atenea zu einem kleinen Platz, der Piazzetta Purgatorio. Eine Bar mit Aussen-Sitzplätzen macht ihn zum perfekte Ort für eine kleine Pause. Von dortaus blickt man auf die Namens­geberin des Platzes, die Chiesa del Purgatorio.

Diese Barockkirche aus dem 17. Jahrhundert trägt offiziell den Namen des Heiligen Lorenzo. Und der hört sich ei­gentlich auch viel netter an: "Purgatorio" bedeutet nämlich nichts anderes als Fegefeuer. Der Grund für diesen Na­men: Parallel zum Bau der Kirche entstand die Congrega­zione delle Anime Purganti (Kongregation der Helferinnen der Seelen im Fegefeuer).

Das klingt für heutige Ohren recht seltsam, ist allerdings auch ehrlich: Mit dem Feuer zu drohen war ja früher eine besondere Spezialität der christlichen Kirche.

Glücklicherweise sind diese Zeiten heute vorbei und die Drohungen gehen hin und wieder sogar in die richtige Richtung – z.B. in die der Mafia.

Aber beginnen wir von vorne: Im Mai 2012 jährte sich zum zehnten Mal der Besuch von Johannes Paul II in Agrigento. Aus diesem Anlass fand in der Chiesa del Purgatorio eine Ausstellung mit Fotografien dieses Be­suchs statt. Das Besondere daran: Johannes Paul II stellte sich während seiner Rede im Tal der Tempel als erster Papst überhaupt offen gegen die Mafia. Und das nicht zu knapp, wie dieses Video zeigt:

Und es gab auch einen direkten Anlass für diesen Zornesausbruch. Nur ein Jahr zuvor, also 1992, hatte die Mafia die beiden Richter Giovanni Falcone und Paolo Borsellino sowie ihre Leibwächter mit infernalischen Autobomben umgebracht. Maßgeblich verantwortlich dafür war Salvatore (Totò) Riina, der berüchtigte Pate aus Corleone.

 

Via Atenea – Chiesa di Santa Rosalia

Rechts neben der Chiesa del Purgatorio fällt schnell ein kleineres Gebäude mit einer seltsamen Fassade auf. Es ist die Chiesa di Santa Rosalia. Santa Rosalia ist ei­gentlich die Schutzheilige Palermos.

Man erzählt sich, sie habe die Stadt Anfang des 17. Jahr­hunderts von der Pest befreit. Aus heutiger Sicht ist es einfach über solche Märchen zu lächeln. Damals aber war mit ihnen eine große Hoffnung verbunden. Man hatte schlicht nichts anderes.

Der Santa Rosalia-Kult verbreitete sich daher von Paler­mo schnell über ganz Sizilien. So entstand in Agrigento also die Kirche, auf die wir gerade blicken. Nun war da­mals bekannterweise der Geschmack barock. Das scheint auf den ersten Blick an der Chiesa di Santa Rosalia ganz vorbei gegangen zu sein. Tatsächlich aber hatte die Kirche eine barocke Fassade – bis 1951.

Dann wurde sie abgeschlagen und durch die aktuelle Konstruktion ersetzt. Die Gründe dafür sind nicht ganz klar: Die einen sagen, die alte Fassade sei baufällig gewesen, die anderen, man hätte einfach nur größere Fenster einbauen wollen.

 

Piazzale Aldo Moro

Nach der Pause können wir uns nun gestärkt dem zweiten Teil der Via Atenea widmen. Er ist ca. 500m lang und ge­nau das Richtige für alle, die gerne shoppen. Das öst­liche Ende der Via Atenea markiert die Porta di Ponte, das ehemals wichtigste Stadttor von Agrigento.

Die Stadt wurde damals durch einen Graben geschützt. Das Tor ließ sich also mit Hilfe einer Zugbrücke schlies­sen. So kam es zum Namen Porta di Ponte. Mit der Vergrößerung von Agrigento verschwand der Graben nach und nach.

Wenn wir durch die Porta di Ponte treten, treffen wir also nicht mehr auf eine Brücke, sondern die große und grüne Piazzale Aldo Moro. Sie markiert das Zentrum des heutigen Agrigento. In direkter Nachbarschaft befin­den sich der Bahnhof, verschiedene Banken, die Hauptpost mit ihrer auffälligen Architektur, die Carabinieri, Hotels und die Verwaltung der Provinz Agrigento. Das Rathaus, am anderen Ende der Via Atenea – dem Beginn unserer Stadtwanderung – ist also ein wenig "ab vom Schuss".

Wie nicht anders zu erwarten, bietet die Piazzale Aldo Moro die eine oder andere Bar. Es lohnt sich, hier wieder eine Pause zur Stärkung einzulegen. Das nächste Ziel, der Dom liegt nämlich ganz am anderen Ende der Altstadt.

 

Piazza Don Giovanni Minzoni

Wie wir schon gesehen haben, sind die Eliten ein wenig über Agrigento verstreut. Die ökonomische konzentriert sich am östlichen Ende der Altstadt um die Piazzale Aldo Moro herum. Die politische und künstlerische Elite posi­tioniert sich in der Mitte der Altstadt an der Piazza Luigi Pirandello.

Die geistliche Elite dagegen, gruppiert sich am nord­westlichen Ende um die Piazza Don Giovanni Minzoni. Hier liegt das Seminario Vescovile, das Museo Diocesano und der bekannte Dom Agrigentos – mit dem offiziellen Namen "Cattedrale di San Gerlando".

Der Namensgeber des Platzes, Giovanni Minzoni, hatte sich als Militärpfarrer im ersten Weltkrieg einen Namen gemacht. Sein unerschrockener Einsatz galt besonders den einfachen Front-Soldaten.

Schon kurz nach dem Krieg begannen die Schwarzhemden Mussolinis Italien zu terrorisieren. Giovanni Minzoni stellte sich ihnen mit der gleichen Unerschrockenheit entgegen, die er schon im Kriegseinsatz gezeigt hatte. Das wurde ihm zum Verhängnis: 1923 erschlug ihn ein Gruppe von Schwarzhemden. Da Minzoni kein Linker, sondern Mitglied der christdemokratischen Partei war, ist er natürlich eine perfekte Symbolfigur der römisch-katholischen Kirche.

Im 11. Jahrhundert wurde Sizilien und damit auch Agrigento von den Normannen eingenommen. Sie setzten gerne schnell ihre "Duftmarke" in Form großer Kirchen. Bekannte Beispiele dafür sind der Dom von Cefalù und eben derjenige von Argigento. Hier wurde der Dom auf den höchsten Punkt desjenigen Felsens gesetzt, der auch heute noch die Basis der Altstadt ist. Diese "normannische Duftmarke" war also besonders wirkungsvoll.

Was die Normannen nicht wussten: Der Felsen war (und ist) kein besonders stabiles Fundament und der Dom daher eine tausendjährige Baustelle. Entsprechend bunt stellt er sich architektonisch dar. Der älteste noch erhaltene Teil ist der mächtige Glockenturm aus dem Jahr 1470.

Seit 2010 ist der Dom wieder einmal wegen des unsicheren Untergrundes geschlossen. Das Kirchenschiff ist durch ein Skelett aus Gerüststangen ausgefüllt und kann daher nicht betreten werden.

 

Archäologie der Antike – Das Tal der Tempel

Das Tal der Tempel ist der Touristenmagnet Agrigentos. Hier wird vielen erst so richtig bewusst, daß Sizilien einst ein entscheidender Teil des antiken Griechenland war. Die alten Griechen gründeten die Stadt im 6. Jahrhundert v. Chr. und nannten sie Akragas.

Die Stadt wuchs schnell und wurde bald Rivalin der grös­sten Stadt des alten Griechenland auf sizilianischem Bo­den – Syrakus. Syrakus war damals nicht nur die größte Stadt Siziliens, sondern eine der mächtigsten Städte des ganzen Mittelmeerraums.

Sie war vor allen Dingen auch eines der intellektuellen Zentren der damaligen Welt. Kein Wunder, daß sie Genies wie Archimedes hervorbrachte.

Tatsächlich dauerte die Blütezeit von Akragas nicht sehr lange – die Stadt wurde 406 v. Chr. von den Kartha­gern zerstört. Aus heutiger Sicht erscheint das keineswegs so: Die Anzahl, Größe und der Zustand der Tempel von Akragas stehen denen im heutigen Griechenland in nichts nach. An ihrem guten Zustand sind u.a. die alten Römer Schuld.

Sie bauten nach der Eroberung Siziliens die Tempel wieder auf. Die Römer waren in religiösen Dingen ziemlich flexibel. Sie hatten schon ab dem 5. Jahrhundert v. Chr. die griechische Mythologie "gecovert". So wurde z.B. aus dem griechischen Zeus der römisch Jupiter, Aphrodite wurde zu Venus und Demeter verwandelte sich in Ceres. Aus Akragas machten die Römer Agrigentum.

Aber auch das antike Rom ging irgendwann unter. Die Nachfolger brachten ganz neue Religionen wie den Islam und das Christentum mit. Für sie hatten die Tempel keine Bedeutung – sie verfielen nach und nach. Die verbliebenen Bewohner zogen sich auf den Felsen zurück, der die heutige Altstadt trägt.

Im 18. Jahrhundert löste der Klassizismus den Barock ab. Die Kunst orientierte sich jetzt wieder – wie schon während der Renaissance – an der Antike. Dieses Interesse löste eine erste Touristen-Welle von Nord- nach Südeuropa aus. Eine sehr kleine Welle natürlich, denn wer konnte sich damals schon eine solche Reise leisten?

Einer, der es konnte, war ein gewisser Goethe. Er besuchte im April 1787 das Tal der Tempel. Im 19. Jahr­hundert wurde die Archäologie zu einer Wissenschaft. Die Tempel wurden nun systematisch untersucht und Teile wieder aufgerichtet. Dieser hervorragende Wikipedia-Artikel beschreibt sie alle ausführlich.

 

Industrie-Archäologie – Der Schwefel vom Cozzo Disi

Die archäologische Sicht auf Agrigento ist also eindeutig vom antiken Griechenland dominiert. Das verdeckt leider die sehr interessante Industrie-Geschichte Agrigentos. Im 19. Jahrhundert war Agrigento nämlich reich. Und dieser Reichtum bewies, daß Geld auch stinken kann. Er beruhte nämlich auf dem Brennstoff der Hölle, dem Schwefel.

Für die Menschen, die ihn abbauen mussten, war diese Arbeit tatsächlich die Hölle. Ernst Ziegeler beschrieb die Arbeitsbedingungen und die Umweltzerstörungen schon in seinem Reisebericht von 1892.

Beeindruckend ist auch das Video von Nicola Palmeri. Es beschreibt die Geschichte der Schwefelmine "Cozzo Disi" beginnend mit den ersten verfügbaren Fotos und endend mit der endgültigen Schließung 1990:

Die Mine Cozzo Disi liegt auf dem Gebiet der Ortschaft Casteltermini, 25km nördlich von Agrigento. Sie war eine der größten ihrer Art in Europa. Heute verfallen viele Gebäude auf dem riesigen Gelände. Das Verwal­tungsgebäude direkt am Eingang wurde allerdings kürzlich renoviert und soll bald für Besucher geöffnet werden.

Nach Aussagen ehemaliger Minenarbeiter bergen die Stollen des Cozzo Disi für Geologen und Mineralogen noch so einige Schätze. Sie meinen damit große Schwefel-Kristalle und Gips-Kristalle.

Schwefel verbinden wir ja aber eigentlich mit Vulkanen und Gips mit dem Ausbau einer Dachwohnung. Mit dem Ätna hat Sizilien auch einen Vulkan – hier gibt es allerdings keinen Gramm Schwefel. Wie also kommt der Schwefel in die sizilianische Erde und warum tritt Gips hier als Kristall auf? Diese und andere Fragen beantwortet der Artikel Berge und Meer.

 

Macalube – Die Schlammvulkane von Aragona

Wie wir gerade gesehen haben, birgt der Boden in der Umgebung Agrigentos so einige Überraschungen. Daß es Schwefel-Kristalle und Gips-Kristalle auf der Erde gar nicht einmal so selten vorkommen, hat der Artikel Berge und Meer gezeigt. Was aber jetzt kommt, das gibt es in Europa nur ganz selten:

Nur 7 km nördlich von Agrigento, auf dem Gebiet der kleinen Stadt Aragona blubbert Schlamm aus der Erde. Aber keine Angst, diese kleinen Schlammvulkane sind völlig ungefährlich.

Weder ist der herausblubbernde Schlamm heiss, noch stinkt er nach Schwefel. Schlammvulkane sind nämlich eigentlich gar keine Vulkane. Mit Wasser vollgesogener Ton steigt schlicht wegen seiner geringen Dichte nach oben. Wie das funktioniert, hat schon vor über 2000 Jahren der Sizilianer Archimedes gezeigt.

Macalube, so heißt das Feld, auf dem sich die kleinen Schlammvulkane befinden, steht unter Naturschutz und wird von der Legaambiente (sozusagen dem italienischen BUND) betreut. Die Schlammvulkane können durch­gängig besucht werden. Einzige Voraussetzung: Auf dem getrockneten und aufgerissen Schlamm geht es sich am besten mit festem Schuhwerk.

 

Scala dei Turchi – Der weisse Felsen

Eine andere Folge der geologisch einmaligen Lage Agri­gentos ist die "Treppe der Türken". Dieser leuchtend weisse Felsen ist eine der meistbesuchten Naturschönhei­ten Siziliens. Er ragt wie eine Nase in das Mittelmeer und ist wie eine Treppe geformt.

Daher vermutete man früher, die Araber hätten hier im 9. Jahrhundert ihre Invasion gestartet. Tatsächlich begann diese bei Marsala – der Stadt also, deren Namen genau auf dieses Ereignis hinweist. Marsala ist schlicht der 'Hafen Gottes'.

Das machte auch viel mehr Sinn: Die Umgebung von Marsala ist so flach wie die norddeutsche Tiefebene. Der Name "Scala dei Turchi" muss aber trotzdem nicht falsch sein. Ab dem 16. Jahrhundert machten türkische Piraten das Mittelmeer unsicher. Sie überfielen gerne auch einmal die Städte an der Südküste des damals spanischen Siziliens.

Warum sie aber Agrigento über die steile Scala dei Turchi hätten angreifen sollen, bleibt nach wie vor im Dunkeln. Auch ohne Landkarte und GPS sieht man, daß das weitaus einfacher geht. Andererseits kann man sich aber auch lebhaft vorstellen, wie das strahlende Weiss der Scala dei Turchi die Neugier von Seefahrern wecken musste.

Was dort so leuchtet ist banaler Mergel. Mergel gibt es viel auf der Erde. Er ist aber zumeist von derselben bedeckt. Mit der Scala dei Turchi ragt ein kleines Stück einer Mergelschicht keck nach draußen. Und da diese Nase gerade hier dem Wind, der Sonne und der salzhaltigen Luft direkt ausgesetzt ist, bleibt sie so weiss und rundgeschliffen. Wie der Mergel nach Sizilien kam und warum er sich an der Scala dei Turchi in Stufen zeigt, erklärt der Artikel Berge und Meer.

 

Villa Romana

Wenn die Wurzeln des antiken Griechenland irgendwo auf Sizilien offensichtlich sind, dann in Agrigento. Tatsächlich findet man sie aber in ganz Sizilien.

Sogar in der Nähe von Palermo. Hier sind mit Solunto gleich die Grundmau­ern und Straßen einer ganzen griechischen Stadt erhalten.

Sehen wir einmal von der Villa Romana del Casale ab, haben die Römer im Vergleich dazu nur wenige Spuren hinterlassen.

Nach der Eroberung Siziliens wurden die griechischen Hinterlassenschaften nämlich einfach weiter genutzt. Das gilt sowohl für die Tempel Agrigentos als auch für Solunto. Die Römer wollten nicht die griechische Kultur zerstören, sondern sahen Sizilien schlicht als Kornkammer.

Überraschenderweise stieß man dann 1907 in der griechischen Hochburg Agrigento auf sehr römische Spu­ren. Der Bau einer Bahnstrecke (sie existiert heute nicht mehr) verhalf der Villa Romana di Durrueli ans Ta­geslicht. Die Villa entstand im 1. Jahrhundert und zeigt sehr schön, daß die alten Römer zu wohnen wussten. Verschiedene Schlafzimmer, Wohnzimmer, Esszimmer und natürlich ein repräsentativer Saal umrahmten einen Innenhof mit Garten. Natürlich durfte auch ein großer Pool nicht fehlen.

Daß alles mit feinsten Mosaiken verziert war, versteht sich von selbst. Und das Beste: die Villa Romana lag direkt am Strand. Ihn nur 1500 m entlang Richtung Westen gehend stand man auf der Scala dei Turchi. Die Ausgrabungsstätte ist zwar nur sporadisch für Besucher geöffnet, sie ist aber auch durch den Zaun gut zu übersehen.

 

Torre Salsa

Nicht nur die alten Griechen und Römer liebten schon den Strand. Für Schildkröten hat er bekannterweise sogar eine ganz besondere Bedeutung. Sie legen hier ihre Eier ab. Das tuen sie gelegentlich auch an den Stränden Siziliens.

Bekannt dafür ist das Naturschutzgebiet Torre Salsa bei Agrigento. Torre Salsa ist aber nicht nur ein Strandab­schnitt und der WWF beschützt hier nicht nur Schildkröten.

Tatsächlich kümmert sich der WWF um eine der ganz wenigen erhaltenen Dünenlandschaften Siziliens. Die mehr als 700 ha sind aber nicht nur wegen ihrer speziellen Fauna und Flora interessant.

Der Namensgeber des Naturschutzgebiets interessiert auch Archäologen: Der Torre Salsa ist ein alter Wehrturm. Er richtete sich gegen diejenigen Piraten, die angeblich mittels der Scala dei Turchi über Sizilien herfielen.

Die Archäologen interessieren hier auch Reste eines kleinen Mergel-Abbaugebiets. Denn wie man sehr schön im Satellitenbild oben sieht, lugt auch hier die große Mergelschicht ein wenig hervor. Nur eben nicht so prägnant wie die bei der Scala dei Turchi.

Prägnant sind dagegen die anderen "Produkte" der im Artikel Berge und Meer beschriebenen Sedi­mentierung. Die Felsen direkt am Strand zeigen überdeutlich die verschiedenen Sedimentschichten. Diese sind teilweise voller glitzernder Kristalle.

Ein Teil des Strandes von Torre Salsa darf zum Baden genutzt werden. Da die Anfahrt etwas "rumpelig" ist und jegliche Gastronomie fehlt, hält sich der Andrang in Grenzen. Aber aufgepasst: Konsequenterweise fehlt hier auch jede Form von "Seenotrettung". Ein echter Geheimtipp also für Liebhaber naturbelassener Strände.

Hin und wieder ist aber auch hier so richtig was los. Den Grund dafür zeigt dieses Video:

Organisiert werden diese Schildkröten-Events natürlich vom WWF. Er bietet auf seiner lokalen Webseite ausführliche Informationen zu Torre Salsa.

 

Andrea Camilleri und der Commissario Montalbano

Wie wir schon gesehen haben, kann sich Agrigento mit einem Nobelpreisträger für Literatur schmücken: Luigi Pirandello. Er wurde besonders durch seine Theater­stücke bekannt.

Die Werke eines weiteren Schriftstellers landen dagegen auf einer anderen, viel größeren Bühne: Der Commisario Montalbano von Andrea Camilleri löst regelmäßig im italienischen Fernsehen auf unkonventionelle Weise Mordfälle.

Sein Schöpfer, Andrea Camilleri, wurde in Porto Empedocle geboren. Porto Empedocle ist der Hafen von Agri­gento und hieß daher früher Molo di Girgenti. Porto Empedocle ist gleichzeitig auch die Wirkungsstätte des Commisario Montalbano. Die Stadt heißt in den Romanen allerdings "Vigàta" – Agrigento wird darin zu "Montelusa". Ähnlich wie der deutschsprachige "Tatort" ist der "Commisario Montalbano" ein Spiegel der Gesellschaft.

Camilleri nutzt seinen Kommissar insbesondere, um die Auswüchse des Berlusconismus vorzuführen. Konse­quenterweise hält Salvo Montalbano immer streng Abstand zur "Kaste", wie man die politische Klasse abfällig in Italien bezeichnet. Bürokratie, Dünkel und Inkompetenz sind ihm ein Gräuel. All ihre Vertreter bekommen seine stark wetterabhängige Laune deutlich zu spüren. Dieser Filmausschnitt spricht Bände:

Im ersten Telefonat versucht der Comissario (gespielt von Luca Zingaretti) einen Kollegen aus der Kriminal­technik anzurufen. Der aber läßt sich verleugnen – der Comissario möge morgen wieder anrufen. Für einen Montalbano ist das natürlich keine wirkliche Herausforderung:

Er drückt die Wahlwiederholtaste, verstellt seine Stimme, gibt sich einen fantasievollen Titel ("sono il ministro plenipotenziario e supervisore generale Gianfranco Maradona") und wünscht eiligst zum "Dottore, den man nie antrifft" durchgestellt zu werden. Natürlich wird er sofort zum Kriminaltechniker durchgestellt ("subito eccel­lenza"). Genauso natürlich ist Montalbano mit dessen Ergebnissen nicht zufrieden und verabschiedet sich mit "na dann – leck mich am Arsch".

Daß ein "ministro plenipotenziario" durchgestellt wurde, ist übrigens besonders peinlich: Es handelt sich um den Gesandten einer fremden Botschaft.

Die Übersetzung der Montalbano-Romane ist eine ganz besondere Herausforderung. Sie enthalten einfach sehr viel sizilianisches Lokalkolorit. In den deutschen Übersetzungen der Bücher von Andrea Camilleri hat man es erhalten und erklärende Sätze hinzugefügt. In den Verfilmungen geht das natürlich nicht. Entsprechend seltsam wirken die deutschsprachigen Montalbano-Filme.

 

 

 

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1 Kommentar

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  1. Dublin

    Schlammvulkane sind nicht harmlos: 28.9.2014

    Ein siebenjähriges Mädchen ist auf Sizilien von einem Schlammvulkan getötet worden.
    Der kleine Schlammkrater explodierte im Macalube Naturschutzgebiet im Westen der Insel und habe das Mädchen, seinen Bruder und seinen Vater unter Schlamm und Gestein begraben, teilte die Polizei mit. Der neun Jahre alte Junge werde immer noch vermisst. Der Vater sei in einem Krankenhaus behandelt worden. Das Gebiet wurde gesperrt.

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