Berge und Meer

Oder wie das Salz nach Sizilien kam

Donnernd brechen sich die Wasserfluten bahn. Nach wenigen Tagen merkt man es auch auf Sizilien:
"Die Salzwüsten, sonst stumpf und tot daliegend, beginnen im Sonnenlicht zu glitzern.
Ist das nicht Wasser?
Aber woher sollte es so urplötzlich gekommen sein?"

So oder ähnlich hätten vielleicht vor fünf Millionen Jahren die Bewohner des Berges Sizilien das Ereignis beschrieben – hätte es sie denn schon gegeben. Was es mit dieser seltsamen Geschichte auf sich hat und was sie für die Bewohner und Besucher des heutigen Siziliens bedeutet beschreibt dieser Artikel.

Veröffentlicht am:  26. Mai 2012

Letzte Änderung:  26. Juli 2012

Autorin:  

 

 

Die Katastrophe

Nehmen wir den Schuldigen schon einmal vorweg: Afrika. Früher – besser gesagt vor unvorstellbar langer Zeit – hingen das heutige Südamerika und Afrika zusammen. Irgendwann trennte sich Afrika ab und driftete in einem weiten Bogen nordwärts – Richtung Europa. Vor ca. 15 Millionen Jahren war es dann soweit: Afrika "dockte an" und das Mittelmeer war geboren. Diese kleine Animation des US Geological Survey zeigt den Vorgang sehr schön:

Die einzige Frischwasserzufuhr für das Mittelmeer war (und ist im Moment) die Straße von Gibraltar. Diese ist allerdings sehr eng. Wir müssen uns an dieser Stelle ein riesiges Unterwasser-Gebirge vorstellen, das Atlantik und Mittelmeer trennt. Und dieser Berg wurde höher und höher, denn die afrikanische Kontinentalplatte drückte weiter und weiter.

Vor 6 Millionen Jahr war es dann passiert: poetisch ausgedrückt entstieg der Berg dem Meer und schloss die Straße von Gibraltar. Das Mittelmeer hatte seine Frischwasserzufuhr verloren. Und da es auch schon damals von der Sonne verwöhnt war, verdunstete das Wasser nach und nach – bis nach einigen 10.000 Jahren keines mehr da war. Sizilien war jetzt tatsächlich nur noch ein Berg oder besser gesagt, eine grüne Insel in einer Salzwüste.

Salzwüste?
Wieso Salzwüste?
Ein kleines Experiment gibt die Antwort: Giessen Sie in Ihrem nächsten Sizilien-Urlaub einfach einmal ein wenig Meerwasser in eine flache Schale und stellen Sie das ganze in die pralle Sonne. Was bleibt nach ein paar Stunden übrig? Richtig – Salz!

Die Überraschung kam dann vor 5 Millionen Jahren. Die Wissenschaft weiß noch nicht genau warum, aber unser Gibraltar-Berg sank langsam wieder ins Meer zurück. Irgendwann begann dann der Atlantik über den Berg in das Mittelmeer zu schwappen. Zu Beginn war das noch völlig harmlos, aber mit weiter sinkendem Berg wurde die Wassermenge mehr und mehr.

Im Vergleich zu dem was dann passierte, sind die Victoria-Fälle im Video oben nur ein Kindergeburtstag: Das Wasser stürzte aus einer Höhe von 1000m in das ausgetrocknete Mittelmeer-Becken. Der anschwellende Strom riss mehr und mehr des oberen Teils unseres Gibraltar-Berges mit sich in die Tiefe. Geologen haben ausgerechnet, daß die unvorstellbare Menge von 100 Millionen Kubikmetern Atlantik-Wasser pro Sekunde (!) über den Berg schossen. Der Wasserspiegel des Mittelmeers stieg um 10 Meter pro Tag. Nach nicht einmal zwei Jahren war Mittelmeer randvoll und Sizilien wieder eine Insel.

 

Interessant – aber was schert uns das heute?

Sehr viel! Denn würden Sie auf Sizilien Urlaub machen, wenn es ein Gebirge inmitten einer Salzwüste wäre? Naja vielleicht – wenn Sie ein Berg-Junkie wie Reinhold Messner wären. Aber die meisten suchen natürlich Sonne und Meer – aber durchaus auch "Mehr".

Dieses "Mehr" ist das Interesse an der sizilianischen Geschichte, Kultur und Natur. Dazu haben Sie vielleicht schon das ein oder andere gelesen. Berichtet wird dann mehr oder weniger gleichlautend über die vielen Eroberer, die sizilianische Küche, die Folklore und – unvermeidlich – die Mafia.

Wenig liest man dagegen über die Geschichte der sizilianischen Industrie. Und dabei hängt genau sie recht eng mit der Salz-Katastrophe – also dem Austrocknen des Mittelmeers – zusammen. Warum das so ist zeigen die nächsten Abschnitte.

Schauen wir uns zuerst aber einmal genauer an, was passiert, wenn Salzwasser verdunstet:

Also zusammengefasst: Haben wir viel Wasser und wenig Salz, können wir das Salz vollständig darin auflösen. Das ist dann also wie mit dem Salz in der Suppe. Bei einer Verdunstung wird die Menge des Wassers immer kleiner, die des Salzes bleibt.

Und irgendwann kommt dann der Punkt, an dem nicht mehr genug Wasser da ist, um alles Salz aufzulösen. Dann beginnt das Salz im wahrsten Sinne des Wortes "auszufallen" und – da es schwerer als Wasser ist –
auf den Boden zu sinken.

Gegen Ende des Prozesses ist die Menge des ausgefallenen Salzes viel höher als die des Wassers. Wir haben dann eine "Pampe" aus feuchtem Salz. Ganz am Ende trocknet die dann auch noch ein und wir haben unsere Salzwüste. So geschehen vor 6 Millionen Jahren mit dem Mittelmeer.

 

Salz aus dem Meer

Mit unserem kleinen Verdunstungs-Versuch wären wir auch schon bei einem früher enorm wichtigen Wirt­schaftszweig der sizilianischen Industrie – der Gewinnung von Salz aus dem Meerwasser. Die "Salzbauern" hatten dabei noch einen speziellen Trick. Sie hatten irgendwann gelernt, daß im Meerwasser Salz unter­schiedlicher Qualität gelöst ist. Das Interessante dabei: diese unterschiedlichen Salze fallen auch unterschiedlich früher oder später aus.

Hat man also den Verdunstungsprozess unter Kontrolle, kann man durch ein geschicktes Timing die verschie­denen Salzsorten getrennt voneinander "ernten". Vor den Toren von Trapani wird auf diese Weise noch heute Speisesalz gewonnen. Das "Museo del Sale" zeigt, wie das im Detail funktioniert. Ohne die Rückkehr des Meeres von 5 Millionen Jahren wäre das alles also gar nicht möglich.

Hätten damals schon Menschen gelebt, hätten sie aber auch vor der Rückkehr des Meeres eine Salzgewin­nung gehabt. Sogar eine sehr einfache. Schliesslich war Sizilien damals von einer Salzwüste umgeben. Sie hätten es also einfach nur aufsammeln müssen.

Tatsächlich können wir auch heute noch genau dieses Salz gewinnen. Allerdings mit einiger Mühe – steckt es doch mittlerweile im Berg. Wie aber um Himmels willen kommt dieses "Steinsalz" vom Meeresboden in den Berg?

 

Salz aus dem Berg

Um das zu verstehen, müssen wir uns zuerst einmal klarmachen, daß "Berge" nicht notwendigerweise "hoch" sein müssen. Berge können sogar unter dem Meer liegen. So wird z.B. in der norddeutschen Tiefebene Salz im Bergbau gefördert. Es liegt dort in einer Tiefe von durchschnittlich 500m, an einigen Stellen aber weitaus weniger tief. Diese "Salzstöcke" haben einige norddeutsche Städte reich gemacht. Ein typisches Beispiel dafür ist Lüneburg.

Berge sind ausserdem keineswegs so unbeweglich wie es uns erscheint. Tatsächlich ist die Erdkruste ständig in Bewegung – auch nach oben und unten. So prallte z.B. vor 50. Mio Jahren die indische Kontinentalplatte auf das Festland und der Himalaya begann sich aufzufalten (und er tut dies immer noch mit gut 1 cm pro Jahr).

Auch der Meeresspiegel ist ein ständiges Auf und Ab. Er kann zwar mit dem Himalaya nicht mithalten, schwankte aber im Laufe der letzten paar Millionen Jahre immerhin um ca. 100 m. Einer der wesentlichen Gründe dafür ist das wechselnde Einfrieren und wieder Abschmelzen der Polkappen und Gletscher.

Und dann wäre da noch der Wind. Er transportiert Tonstaub, der sich überall absetzt. Dort wo es leicht feucht ist entsteht so nach und nach eine wasserundurchlässige Tonschicht.

Nimmt man all diese Effekte zusammen, haben wir folgendes Szenario:

Es beginnt immer mit einem Meer, das langsam verdunstet. Auf dem ehemaligen Meeresboden bildet sich eine Salzschicht und darüber wiederum eine Tonschicht. Kommt das Wasser wieder – wie im Mittelmeer vor 5 Mio Jahren – kann sich das Salz nicht wieder auflösen. Es ist ja von der darüber liegenden Tonschicht geschützt. Zieht sich das Meer dann nach kurzer Zeit wieder zurück, bildet sich eine zweite Salz- und evtl. auch eine zweite Tonschicht.

Die Schichtungen, die solch ein Hin und Her erzeugt kann man sehr schön in einem Salzbergwerk in der Nähe von Agrigento sehen:

Zieht sich das Meer aber nicht wieder zurück, bildet sich langsam aber sicher ein neuer Meeresboden. Er besteht aus allem was so herunterrieselt und nicht verwest. Das Material versteinert unter dem zunehmenden Druck und das Salz darunter wird zu unserem Steinsalz. Zieht sich das Meer wieder einmal zurück, liegt der Meeresboden frei und erscheint uns als "Berg".

Drückt dann von unten noch eine Kontinentalplatte (wie z.B. im Fall des Himalaya), wird der auch ordentlich "hoch". Auch Sizilien bekommt Druck aus dem Süden – von der afrikanischen Kontinentalplatte. Es wundert Sie jetzt also wahrscheinlich nicht mehr, daß man in Sizilien Berge und Meer als Salzquelle nutzt.

 

Im Meer schwimmt mehr…

… und nicht nur Salz und Fische. Da wäre z.B. das Plankton. Einige dieser im Meer treibenden Organismen haben eine kalkhaltige Schale. Sterben sie ab, bleibt die Schale erhalten und sinkt auf den Meeresgrund. Passiert dies im Zusammenhang mit der Verdunstung des Meerwassers haben wir ein Szenario, wie wir es schon vom Salz her kennen.

Durch die schnelle Abnahme des Wassers stirbt viel Plankton in kurzer Zeit. Ist das gesamte Wasser ver­dunstet, haben wir einen dicken Teppich aus Schalen. Der vermischt sich nach und nach mit dem vom Wind herangewehten Ton.

Das Ergebnis dieser Liaison ist Mergel. Auf Sizilien gibt es einen Ort, der weltbekannt für offen liegenden Mergel ist – die Scala dei Turchi bei Agrigento. Warum bei der UNESCO für die "Scala dei Turchi" sogar ein Antrag auf Eintragung als Weltkulturerbe liegt, zeigt dieses Video

Wer aber hat Hammer und Meißel geschwungen, um die Stufen so kunstvoll in den Mergel zu schlagen? Niemand – die "Scala dei Turchi" hat sich über 2 Millionen Jahre hinweg Schicht für Schicht aufgebaut. Dabei ist der Anteil von Kalk und Ton in jeder Schicht anders und auch mehr oder weniger robust gegen Wind und Wetter.

Die Scala dei Turchi ist wunderschön anzusehen und damit hat der Mergel hier auch eine ökonomische Komponente: er zieht Touristen an. Darüberhinaus wird Mergel (aber natürlich nicht derjenige der Scala dei Turchi) auch industriell genutzt. Dazu wurden 2010 laut Jahresbericht der sizilianischen Umweltschutzbehörde ARPA rund 360.000 Tonnen Mergel abgebaut. Sämtliche Werke befinden sich in der Provinz Argigento, also im "Hinterland" der Scala dei Turchi.

 

Pech und Schwefel

Früher wurde in dieser Gegend neben Mergel auch Schwefel abgebaut. Es ist kaum zu glauben aber Sizilien war tatsächlich einst der wichtigste Schwefel-Lieferant der Welt. Ende des 19. Jahrhunderts dominierte Sizilien den Weltmarkt für Schwefel mit einem Anteil von 75%. Warum dieser Anteil heute schlicht Null ist, werden wir später noch sehen.

Schwefel verbinden wir zumeist mit Vulkanen. Es ist heiss, brodelt und stinkt – der Eingang zur Hölle eben. Und da Sizilien mit dem Ätna beim Thema Vulkan einiges zu bieten hat, ist man geneigt, sich den ehemaligen Schwefel-Abbau in etwa so vorzustellen:

Die schlechten Arbeitsbedingungen sind tatsächlich vergleichbar. Im Reisebericht Aus Sizilien von 1892 beschreibt Ernst Ziegeler sein Entsetzen darüber. Der Ursprung des sizilianischen Schwefels ist allerdings nicht vulkanisch. Er geht – wie alles in diesem Artikel – auf die Austrocknung des Mittelmeers vor 6 Millionen Jahren zurück. Wie geht das?

Wir haben ja schon gesehen, daß es verschiedene Sorten von Salzen im Meerwasser gibt. Speisesalz setzt sich – vielleicht erinnern Sie sich noch – aus Natrium und Chlor zusammen. Andere Salze werden aus Schwefel und Sauerstoff aufgebaut. Das nennt man dann "Sulfat". Wenn Meerwasser verdunstet, fällt das Sulfat sehr früh aus. In der Salzwüste, die unser Mittelmeer einst war, hätte man also ziemlich tief buddeln müssen, um an Sulfat heranzukommen.

Andere Lebewesen haben es da leichter: Bakterien. Die sind wirklich überall. Auch in den tiefen Schichten der Salzwüste – dort wo es eigentlich gar keinen Sauerstoff mehr gibt. Aber das stimmt ja nicht ganz. In unserem Sulfat kommen auf ein Schwefel-Atom sogar gleich vier Sauerstoff-Atome.

Und jetzt ahnen Sie vielleicht schon, was die Evolution sich für unsere Bakterien ausgedacht hat. Richtig – sie klauen dem Sulfat den Sauerstoff. Übrig bleibt – reiner Schwefel. Der Rest der Geschichte verhält sich genauso wie bei Speisesalz und Mergel.

So kam also Sizilien zu einem dritten wichtigen Rohstoff. Sizilien ist sogar bekannt für seine großen Schwefel-Kristalle. Einige besonders schöne Exemplare findet man in verschiedenen naturkundlichen Museen der Welt. Sie haben die Größe eines Aschenbechers.

 

Wie der Gips vom Meer zum Berg kam

Gips – ist das nicht dieses langweilige weisse Pulver mit dem man Risse in Wänden zuschmieren kann? Stimmt – aber das ist längst nicht alles. Im Gips steckt unglaublich viel mehr. Fangen wir aber von vorne an.

Wir haben im vorherigen Abschnitt gesehen, daß im Meerwasser Sulfat schwimmen – ein Salz, daß aus Schwefel und Sauerstoff zusammengesetzt ist. Und wir haben gesehen, daß freche Bakterien hin und wieder dem Sulfat den Sauerstoff klauen. Übrig bleibt dann reiner Schwefel.

Es geht aber auch andersherum: Ist Calcium in der Nähe – ja, das Zeugs, was ansonsten für gesunde Knochen sorgt – verbündet es sich gerne mit Sulfat. Das Ergebnis ist dann also Calciumsulfat. Woher aber kommt das Calcium? Ganz einfach – Calcium ist quasi überall: es ist das fünfthäufigste Element auf der Erde. Es tut sich allerdings sehr gerne mit anderen Elementen zusammen (wie z.B. mit Sulfat) und ist daher in reiner Form so gut wie gar nicht anzutreffen. Daher fällt es nicht weiter auf. Aber was hat das alles mit Gips zu tun?

Die Antwort beginnt natürlich wieder mit der Austrocknung des Mittelmeeres. Calciumsulfat ist schwer löslich. Wenn mehr und mehr Wasser verdunstet, ist es das erste Mineral was ausfällt und auf den Meeresboden hinuntersinkt. Genau in diesem Moment wird aus dem Calciumsulfat… Gips.

Genauer gesagt, es entstehen Gipskristalle und Kristalle sind natürlich das Gegenteil dessen, was wir uns unter Gips vorstellen – also ein weisses Pulver. Tatsächlich entsteht das aber erst durch eine industrielle Aufarbeitung der Gipskristalle.

Gipskristalle gibt es in den verschiedensten Formen. Eine davon ist Alabaster, ein weicher, marmorähnlicher Stein, den man gut zu Kunstgegenständen verarbeiten kann. Eine andere bekannte Form ist Selenit (auch bekannt als Marienglas), ein großer durchsichtiger Kristall.

Reiche Römer liessen sich ganze Fenster aus Selenit bauen. Selenit-Kristalle werden zwar selten riesig, Butzenfenster kann man mit ihnen aber schon bauen. Die größten je gefundenen Selenit-Kristalle gibt es in einer Höhle in Mexiko. Wäre dieses Video nicht von der seriösen Discovery Channel gedreht, würde man es kaum glauben:

In Sizilien sind solche Riesenkristalle (noch) nicht gefunden worden. Ansonsten ist Gips aber besonders im Hinterland von Arigento sehr verbreitet.

 

Berge und Meer – heute fast nur für den Urlaub

Wer hätte das gedacht: Salz, Schwefel, Gips und Mergel treten auf Sizilien in enger Nachbarschaft auf. Mit einigen dieser Rohstoffe hat Sizilien es sogar einmal zum "Export-Weltmeister" gebracht. Heute findet man die Reste davon nur noch im Museum. Wie konnte das passieren?

Die Antwort gibt uns sehr anschaulich der Schwefel. Hier hatte Sizilien am Ende des 19. Jahrhunderts quasi eine Monopolstellung. Diese brach im Jahrzehnt vor dem ersten Weltkrieg völlig in sich zusammen. Dabei hatte weder die Nachfrage nachgelassen, noch waren die Vorräte erschöpft.

Schuld an allem war, jedenfalls auf den ersten Blick, ein gewisser Hermann Frasch. Er hatte sich 1891 ein neues Verfahren zum Schwefelabbau patentieren lassen. Er spülte den Schwefel einfach mit Hilfe von Hochdruck-Wasserdampf aus dem Berg. Damit sanken die Kosten des Schwefelabbaus drastisch.

Der vormals (durch extreme Ausbeutung sogar von Kindern) "kostengünstige" Abbau in Sizilien wurde schlag­artig teuer. Nun fragt man sich natürlich, warum die sizilianischen Minenbesitzer nicht auf das Frasch-Verfahren umgestiegen sind. Und damit wären wir bei dem eigentlichen Grund des Niedergangs:

Die sizilianische Elite zeichnete sich einmal mehr durch eine notorische Verweigerung jeglicher Moderni­sierung aus. Dieses Versagen zieht sich wie ein roter Faden durch alle Bereiche des sizilianischen Lebens.

Erst seit ca. 30 Jahren kommen die Dinge in Bewegung. Das gilt nicht nur für die Modernisierung an sich. Man begann auch zu verstehen, daß man Berge und Meer ökonomisch nutzen kann ohne sie auszuplündern – durch einen nachhaltigen Tourismus.

 

 

 

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