Trapani

Sizilianische Stadt mit Copacabana

Trapani war einmal eine der reichsten Städte des Mittelmeers. Ein Reichtum, der auf Salz gebaut war. Man gewann das “Weisse Gold” aus den Salinen vor den Toren der Stadt. Heute ist dieses für einen Massenmarkt viel zu aufwändig. Mittlerweile setzt man daher auf den Tourismus. Dabei helfen die günstige Fluganbindung u.a. durch Ryanair und die Lage direkt am Meer.

Veröffentlicht am:  28. April 2012

Letzte Änderung:  10. November 2012

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Geschichte

Wer schreiben kann, ist klar im Vorteil. Die alten Grie­chen konnten es sogar sehr gut und da Sizilien in der Antike ein Teil Griechenlands war, stammen auch die ersten schriftlichen Überlieferungen von ihnen.

Trapani hat seine Existenz demnach der Schusseligkeit eines alten griechischen Gottes zu verdanken. Jedenfalls erzählt man sich, daß Saturn eine Sichel aus der Hand gefallen sei. Auf dem Meer liegend wäre dann daraus eine Landzunge geworden, die man "Drepanon" (altgriechisch für Sichel) nannte. Von "Drepanon" ist es dann natürlich nicht mehr weit zu "Trapani".

Das mit der sichelförmigen Landzunge ist wahr. Dafür reicht ein Blick auf die Landkarte. Über den schusseligen Saturn mag sich jeder sein eigenes Urteil bilden. Sonnen­klar ist allerdings, daß Trapani sich unter den Griechen schnell zu einer lebhaften Handelsstadt entwickelte. Kein Wunder – bei der Lage.

Kein Wunder auch, daß andere Mittelmeer-Länder ein Auge auf Trapani geworfen hatten. So wurde die Stadt unweigerlich in die punischen Kriege gezogen. Trapani wurde Schauplatz gleich dreier Schlachten. Die Seeschlacht von 249 v. Chr. gewannen die Karthager und 243 v. Chr. war die Belagerung der Stadt durch die Römer erfolgreich. 241 v. Chr. kam es dann zur letzten und entscheidenden Seeschlacht bei den Trapani vorgelagerten Ägadischen Inseln.

Die Römer siegten und gewannen so die Vorherrschaft über Sizilien und den gesamten Mittelmeerraum. Da fällt einem natürlich wieder Brecht ein: "Das große Karthago führte drei Kriege… ". Trapani stand in den punischen Kriegen auf der Seite Karthagos und hatte daher unter den Römern nichts zu lachen. Über das Fehlen nennenswerter römischer Hinterlassenschaften braucht man sich also nicht zu wundern.

Unter den Normannen, die 1077 die Stadt eroberten, blühte sie schnell zu einer der wichtigsten Hafenstädte des Mittelmeers auf. Trotzdem kann man Trapani nicht, wie z.B. Cefalù als Normannen-Stadt bezeichnen. Trapani diente eher als Knotenpunkt für Geschäfte zwischen norditalienischen und nordafrikanischen Händlern.

Das blieb auch während der gesamten spanischen Besatzung von 1282 bis 1860 so. Trapanis Bedeutung stieg sogar unter den Spaniern. Die schon in der Antike betriebene Gewinnung von Meersalz erreichte ihren Höhepunkt. Der Hafen von Trapani war europaweit der wichtigste Umschlagsplatz für das "Weisse Gold". Der spanische König Karl V. bezeichnete die Stadt 1535 sogar einmal als "Schlüssel des Reichs" und verlieh ihr u.a. das Recht, Universitätsabschlüsse zu vergeben.

Auch für das Ende der spanischen Besatzung Siziliens spielte Trapani eine wichtige Rolle. Garibaldi plante anfangs seine "Landung der Tausend" (1860) im Hafen von Trapani, wich dann aber aus taktischen Gründen auf den nahegelegenen Hafen von Marsala aus. Nichtsdestotrotz war Trapani eine der ersten sizilianischen Städte, die sich dem neuen italienischen Nationalstaat anschlossen.

Trapani verlor seine starke ökonomische Position im Lauf der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Das ehemals Weisse Gold wurde durch die Industrialisierung zu Schüttgut. Beim Thunfisch, einem für Trapani ebenfalls wichtigen "Rohstoff" führte die Industrialisierung zum Gegenteil, nämlich der Überfischung und damit dem Ende dieses Industriezweiges.

Ein Grund für die fehlende Modernisierung war die in Trapani besonders aktive Cosa Nostra. Sie verhinderte mittels Korruption und Monopolbildung den wirtschaftlichen Wettbewerb.

Der zweite Weltkrieg versetzte Trapani einen weiteren Schlag: So wie 1860 Garibaldi, rollten nun auch die Alliierten Italien von Sizilien her auf. Im ersten Schritt wurde Trapani stark bombardiert und im zweiten gab es einen "Re-Import" der Mafia: Die US Army nutzte den amerikanischen Mafia-Ableger als "Türöffner". Die Nachkriegszeit war für Trapani also bitter.

1966 war Trapani dann wieder einmal Ausgangspunkt einer neuen Entwicklung für ganz Sizilien. In diesem Jahr bekam ein gewisser Giovanni Falcone seine Stelle als stellvertretender Staatsanwalt. Er erlebte in Trapani, wie er selbst sagte, die "Feuertaufe" für den Kampf gegen die Mafia. Giovanni Falcone gelang es in den 80iger Jahren, die bis dahin geheime hierarchische Struktur der sizilianischen Mafia zu knacken. Der Niedergang der Mafia war damit eingeläutet. Sie ist heute zwar noch nicht ganz verschwunden, schreckt aber immer weniger internationale Investoren ab. Der für Trapani wichtigste ist Ryanair.

Der Flughafen Trapani ist Hauptsitz des irischen Billigfliegers auf Sizilien und Ausgangspunkt für die neuen Hoffnungsträger der Region wie Tourismus und Wassersport. Also ab in den Urlaub nach Sizilien. Wie das am besten geht zeigt das Kapitel Reise am Ende. Dieses Video gibt Ihnen einen ersten Eindruck eines Rundgangs durch die Altstadt von Trapani:

 

Die Karte von Trapani

Google Maps Pin Museo del Sale
Google Maps Pin Hafen
Google Maps Pin "Copacabana"
Google Maps Pin Fischmarkt – Mercato del Pesce
Google Maps Pin Jugendstil – Casina delle Palme
Google Maps Pin Saturn-Brunnen – Fontana di Saturno
Google Maps Pin Park – Villa Margherita
Google Maps Pin Torre di Ligny
Google Maps Pin Palazzo Cavarretta
Google Maps Pin Fußgängerzone – Corso Vittorio Emanuele
Google Maps Pin Fußgängerzone – Via Torre Arsa

Ihr könnt die Karte auch mit Google Street View erkunden. Mit einem Klick auf den folgenden Link öffnet sich ein entsprechendes Fenster:

Trapani – Sizilianische Stadt mit Copacabana

 

Das Salz von Trapani

Bis zum 20. Jahrhundert war Salz ein teures Gewürz – das "Weisse Gold". Seltsam, ist es doch Bestandteil aller Ozeane. Salz gibt es also eigentlich wie den sprich­wörtlichen Sand am Meer – aber eben nicht am, sondern im Meer. Und es dort im großen Stil herauszubekommen, ist gar nicht so einfach.

Zuerst einmal braucht man viel Sonne und eine niedrige Luftfeuchtigkeit – beides typisch für Sizilien. Ausserdem muss das Land direkt am Meer sehr flach sein, um Salz­gärten anlegen zu können. Das gibt es schon seltener in Sizilien. Schließlich ist die Insel ein aus dem Mittelmeer ragender Berg.

Und dann sollte natürlich ein größerer Hafen in der Nähe sein, damit man mit dem teuren Gewürz auch ordentlich handeln kann. Genau diese Kombination findet man in Trapani und sie hat die Stadt früher sehr reich gemacht.

Und das funktionierte so: Durch Windmühlen angetriebene Archimedischen Schrauben befördern Wasser aus dem Meer in große Becken. In gewissen Zeitabständen (Details dazu wissen nur Experten) leitet man das Wasser in weitere, tiefer gelegene Becken. Dabei verdunsten Sonne und Wind das Wasser und die Konzentration des Salzes steigt von Becken zu Becken. Am Ende bleibt eine Art "Salz-Pampe", die man abschöpft und zum verkaufsfähigen Produkt weiterverarbeitet. Der ganze Vorgang dauert zwischen 30 und 50 Tage.

Die Arbeiten beginnen im Juni und enden im September. Während dieser Zeit scheint die Sonne in Sizilien nahezu durchgehend. Dieses ist sehr wichtig, denn schon ein einziger kräftiger Schauer würde die "Ernte versauen".

Die heute noch vorhandenen Becken gehen auf das 15. und 16. Jahrhundert zurück. Heute sind nur noch wenige in Betrieb. Sie beliefern vorwiegend Feinkostgeschäfte. Große Teile der Salinen sind heute ein Naturschutzgebiet. In der vom WWF betreuten Riserva Naturale Orientata Saline di Trapani e Paceco findet man vor allen Dingen sehr seltene, an das Salzwasser angepasste Pflanzen.

Das ebenfalls im Reservat beheimatete Museo del Sale zeigt viele interessante Details der Gewinnung von Salz aus dem Meer. Wie Sie auf dem kürzesten Weg zu den Salinen gelangen zeigt das Kapitel Reise am Ende.

 

Hafen

Die Bedeutung des Hafens von Trapani hat im Vergleich zu früheren Zeiten zwar abgenommen, sie ist aber immer noch sehr hoch.

Dabei wandelt sich die ehemals industrielle Nutzung mehr und mehr in eine touristische. Ein wichtiger Pfeiler dieser Nutzungsart sind die Fähren.

Die großen Linien verbinden Rom, Neapel und Cagliari mit Pantelleria und Tunis, die kleinen verbinden Trapani mit den ägadischen Inseln Favignana, Levanzo und Marettimo sowie mit Pantelleria und Ustica. Diese Fähren legen an der Südseite der "Sichel" an.

Aus touristischer Sicht ist diese Lage optimal, sind es vom Anleger in die Fußgängerzone von Trapani mit ihren Sehenswürdigkeiten und Restaurants doch nur ca. 150m.

Trapani ist aber nicht nur für Fähren strategisch günstig gelegen. Auch Regatta-Organisatoren haben ein Auge auf die Stadt geworfen. So wurde vom September bis Oktober 2005 einige Rennen des Louis Vuitton Cup vor Trapani ausgetragen. Es war die erste Regatta dieser Art in italienischen Gewässern. Der Louis Vuitton Cup dient der Vorausscheidung für die älteste Regatta der Welt – der America's Cup. Diese Vorausscheidungen sind notwendig, da der America's Cup ein Duell zwischen dem Vorjahrssieger und einem Herausforderer ist.

Wegen seiner guten Infrastruktur und insbesondere der vielen Parkplätzen ist der Hafen auch eine beliebte Anlaufstelle für Landratten, die einen Tagesausflug nach Trapani machen. Der Hafen ist Ausgangspunkt eines Stadt-Rundgangs, der im Kapitel Reise am Ende dieses Artikel beschrieben wird.

 

Copacabana

Natürlich wäre es ein wenig verwegen, Trapani mit Rio de Janeiro vergleichen zu wollen. Aber beim Anblick der Nordseite der "Sichel" kommt einem doch zwangsläufig die Copacabana in den Sinn – also eine langgezogene, sichelförmige Uferpromenade direkt an der Stadt und natürlich ein tiefblau schimmerndes Meer. Abgesehen davon ist der Character der Uferpromenade von Trapani (Via Mura di Tramontana Ovest und Lungomare Dante Alighieri) aber doch deutlich anders:

Hier gibt es historische Bausubstanz statt Bettenburgen, Familientreffen statt "Girl from Ipanema" und Ruhe statt Kriminalität. Bei gutem Wetter ist natürlich auch an der Copacabana von Trapani einiges los aber hier möchten überwiegend Einheimische ein wenig in ihrem "Mare Nostrom" schwimmen, in der Sonne liegen und relaxen.

Aber auch für all diejenigen, die dazu keine Lust haben lohnt sich ein Besuch. Alleine der weite Blick, das tiefblaue Meer und die frische Luft wirken enorm entspannend. Und wer von so viel frischer Luft Hunger bekommen hat, findet in nur 100m Entfernung die Fußgängerzone im Corso Vittorio Emanuele mit ihren Bars und Restaurants. Wie Sie sich dort von einem Rundgang durch die Altstadt von Trapani erholen können zeigt das Kapitel Reise am Ende dieses Artikels.

 

Fischmarkt – Mercato del Pesce

Fragt man in Trapani nach dem Mercato del Pesce, also dem Fischmarkt, bekommt man die Gegenfrage "alt oder neu". Touristisch interessant ist nur die alte Ausführung. Sie liegt in der Mitte der Copacabana und hat 1998 ihre ursprüngliche Funktion eingebüßt. Aus touristischer Sicht ist das auch gut so, denn ein "echter" Fischmarkt würde wohl das Flair der "Copacabana" empfindlich stören – alleine schon wegen des Geruchs.

Die Einwohner von Trapani sahen das damals allerdings anders. Ging doch ein zentraler Platz der Altstadt (im Volksmund "Chiazza", also Fleck genannt) verloren. Der neue Fischmarkt liegt nämlich im Fischereihafen in der südwestlichen Ecke der "Sichel".

Urban ist es dort gerade nicht – ganz abgesehen von der Randlage. Die Kompensation für diesen Verlust ist aber auch nicht schlecht:

Die "Chiazza" zieht nicht nur viele Touristen an (wie wir noch sehen werden ein wichtiger neuer Wirtschaftszweig für Trapani), sondern sie ist auch ein sehr schöner Veranstaltungsort. Ein typisches Beispiel dafür ist das Street Food Festival Stragusto – la festa del cibo da strada. Natürlich gibt es hier nicht nur etwas für den Magen sondern auch für die Augen. Dieses Video zeigt das recht anschaulich:

Der Platz vor der ehemaligen Markthalle hält noch eine kleinere Attraktion für Touristen bereit. Hier steht der einzige aus Gusseisen hergestellte Springbrunnen Siziliens. Ihn schmückt allerdings etwas, mit dem wir das genaue Gegenteil von metallischer Härte verbinden, nämlich Aphrodite, die griechische Göttin der Liebe. Genauer gesagt zeigt der Brunnen die Geburtsstunde von Aphrodite.

Sie soll der Sage nach dem Schaum des Meeres entstiegen sein. Die "Entsteigende" heisst auf griechisch Anadyomene und so wird Aphrodite in dieser speziellen Situation häufig auch entsprechend genannt. Das Kapitel Reise zeigt, wie Sie den Weg zum Fischmarkt finden.

 

Trapani und der Jugendstil

Betrachtet man die Geschichte Siziliens in architektonischer Hinsicht dominieren drei große Stilrichtungen: die des antiken Griechenland, die der arabisch-normannischen Phase und der berühmte sizilianische Barock.

Modernere Strömungen scheint es in Sizilien auf den ersten Blick nicht zu geben. Bei näherem Hinsehen entdeckt man sie dann aber doch.

Das gilt ganz beson­ders für Trapani: Hier trifft man auffällig häufig auf Jugendstil-Gebäude. Und das ist kein Zufall.

1876 wurde nämlich in Trapani ein gewisser Francesco La Grassa geboren. Ihm wurde die künstlerische Begabung bereits in die Wiege gelegt: Seine Mutter war Schriftstellerin, sein Vater ein bekannter Orgelbauer.

Francesco wurde Architekt und als solcher einer der Exponenten des italienischen Jugendstils. Obwohl ihn seine Begabung schnell ins ferne Rom führte, blieb er doch seiner Heimatstadt treu. Er realisierte hier alle möglichen Projekte, von kleinen Privathäusern bis hin zu großen öffentlichen Gebäuden. Eines der heute noch stehenden bekannten Gebäude ist das 1922 gebaute "Chalet Fiorino", mittlerweile auch Casina delle Palme genannt.

Die Bezeichnung Chalet ist tatsächlich ein wenig seltsam, denkt man hier doch eher an ein Holzhaus in den Bergen. Das "Chalet Fiorino" besteht dagegen aus Stein, liegt direkt am Meer und ist von Palmen umgeben. Und damit sind wir auch bei dem ursprünglichen Zweck der "Casina delle Palme". Es war ein Eiscafé, das bei heissem Wetter besonders beliebt war. Kein Wunder: durch die Nähe zum Meer und die offene Lage wehte ein frischer Wind. Zusätzlich schützten die Palmen vor der intensiven sizilianischen Sonne.

Es dauerte nicht lange und das "Casina delle Palme" wurde zusätzlich ein kleines Open Air Theater. Es zeigte vor allen Dingen eine Mischung aus Varieté und Kabarett. Während des zweiten Weltkriegs verlor das "Casina delle Palme" an Bedeutung. Abgesehen davon, daß die Menschen nun andere Probleme hatten, litt gerade das Kabarett unter der sich verschärfenden Zensur.

Heute gibt es in Sizilien glücklicherweise weder Krieg noch Zensur, und unter den Palmen gibt es wieder ein Open Air Theater. Nur die Funktion des Gebäudes selber hat sich geändert. Es ist kein Eiscafé mehr sondern beherbergt die Touristen-Information von Trapani. Die "Casina delle Palme" steht gleich am Anfang des im Kapitel Reise beschriebenen Rundgangs durch die Altstadt von Trapani.

 

Saturn-Brunnen – Fontana di Saturno

Wasser kommt aus der Leitung und Milch aus der Tüte. Das ist verständlicherweise unsere Wahrnehmung dieser scheinbar so problemlos verfügbaren Grundnahrungs­mittel. Tatsächlich liegen die Quellen aber woanders.

In Sizilien kommt das Trinkwasser heute zumeist aus den Bergen. Das gilt auch für Trapani und das, obwohl die Stadt ja eigentlich vom Meer umspült wird. Aber dessen Wasser ist ja bekanntlich salzig und – wie wir bereits gesehen haben – brachte gerade dieses Salz Trapani einst großen Reichtum. Wie aber kommt das Wasser aus den Bergen in die Stadt? Die alten Römer hatten dazu eine altbekannte Technologie – das Aquädukt.

Aquädukte waren allerdings teuer und wurden daher nicht unbedingt in abgelegenen Provinzen wie Sizilien eingesetzt. Die Bewohner Trapanis mussten sich daher mit dem mehr oder weniger abgestandenen Wasser aus Brunnen oder Zisternen begnügen. Mit dem Salz kam das Geld und plötzlich war auch ein Aquädukt "drin". Es wurde 1342 von einem der mächtigsten sizilianischen Adelshäuser gebaut – der Familie Chiaramonte. Das Aquädukt zapfte Quellen des Monte Erice an. Er liegt nur wenige Kilometer östlich von Trapani, ist also sozusagen der Hausberg der Stadt.

Um das Ereignis zu verewigen stiftete der Senat der Stadt einen Brunnen und widmete ihn Saturn. Genau – das war der griechische Gott dessen Schusseligkeit angeblich zur Gründung von Trapani geführt hatte und von dem eingangs schon die Rede war. Den Weg zur Fontana di Saturno beschreibt das Kapitel Reise am Ende dieses Artikels.

 

Park – Villa Margherita

Der auf Salz gebaute Reichtum Trapanis zog verständ­licherweise mehr und mehr Menschen in die Stadt. Mitte des 19. Jahrhunderts war die "Sichel" schlicht voll. Im Osten der Sichel, dort wo heute der Großteil von Trapani liegt, war aber genug Platz für Erweiterungen. Dem stand nur die alte Stadtmauer samt Graben im Wege.

Diese machten aber im 19. Jahrhundert ohnehin keinen Sinn mehr und so folgte Trapani vielen anderen europä­ischen Städten und schliff die alte Wehranlage. Nun stand man vor der nächsten Aufgabe.

Die neue Stadt sollte eine moderne schachbrettartige Struktur bekommen, die Alstadt bestand (und besteht) aber aus mittelalterlich verwinkelten Gassen. Wie bekommt man soetwas verbunden? Durch einen großen Kreisverkehr.

Die damaligen Stadtarchitekten machten ihn allerdings nicht rund, sondern rechteckig und setzten auf Initiative des damaligen Bürgermeisters in die Mitte einen Park – die Villa Margherita. Die Bürger Trapanis sind gerade heute sehr dankbar für diese Entscheidung, ist doch die Villa Margherita die einzige grüne Oase innerhalb der Stadt. Freunde der Architektur interessiert vielleicht, daß die Villa Margherita dem Stil des berühmten sizilianischen Architekten Giovanni Battista Filippo Basile folgt. Als Vorlage diente der Giardino Garibaldi in Palermo.

Alle anderen Besucher erfreuen sich einfach am beruhigenden Grün, den schattenspendenden Bäumen und dem kleinen "Schwanensee" samt Springbrunnen. Die Funktion der Villa Margherita als "Verbinder" zwischen alter und neuer Stadt erkennt man sehr schön im Satellitenbild der Stadt. Details dazu finden Sie im Kapitel Reise am Ende dieses Artikels.

 

Torre di Ligny

Trapani war nicht nur wegen des Salzes, sondern auch wegen der militärisch interessanten Lage eine gefragte Stadt. Die Spitze der "Sichel" reicht schließlich weit ins Meer und bietet daher einen hervorragenden Überblick.

Und das war für das Trapani ab dem 15. Jahrhunderts besonders wichtig. Damals hatte man ein Problem, das auch für uns im 21. Jahrhundert wieder aktuell ist – Piraten.

Angezogen vom Reichtum Trapanis plünderten sie die Stadt und versklavten häufig genug auch gefangene Einwohner. 1669 kam dann noch ein für Sizilien einschneidendes Ereignis hinzu: Das stark expandierende Osmanische Reich eroberte Kreta, damals ein hochgerüsteter Aussenposten der Republik Venedig. Etwa 100 Jahre zuvor hatte Venedig schon Zypern an das Osmanische Reich verloren. Also lag nahe, daß nun Sizilien ganz oben auf der "Wunschliste" der Türken stehen würde. Man konnte natürlich nicht wissen, daß tatsächlich schon der Abstieg des Osmanische Reichs begonnen hatte – es hatte sich durch die vielen Eroberungskriege schlicht selbst runiniert.

So entschied also der Vizekönig Siziliens 1671 die Küsten der Sonneninsel besser zu schützen. Dieser Vizekönig war der belgische Adelige Claude Lamoral, 3. Fürst von Ligne. Nein, dies ist kein Fehler in der sizilianischen Geschichtschreibung. Nicht nur Sizilien, sondern auch Belgien war damals ein Teil Spaniens. Claude Lamoral arbeitete also quasi im Inland.

Nichtsdestotrotz umgab auch er sich gerne mit Leuten aus seiner direkten Umgebung. Er beauftragte daher den flämischen Militär-Architekten Carlos De Grunembergh mit dem Bau von Befestigungsanlagen in ganz Sizilien. So entstand auch der Wehrturm auf der Spitze der Sichel. Er erhielt zu Ehren des Vizekönig den Namen seiner Herkunftsregion, also "Ligne". Im Laufe der Zeit wurde daraus dann "Ligny".

Im 19. Jahrhundert verlor der Torre di Ligny an Bedeutung und wurde nur noch kurz im zweiten Weltkrieg als Flakstellung genutzt. Mittlerweile ist der Torre di Ligny restauriert und dient friedlichen Zwecken. Er ist Sitz des Museo di Preistoria e del Mare.

Wen all die trockene Geschichte weniger interessiert, sollte den Torre di Ligny trotzdem als Ziel einplanen. Der Blick von der Spitze der Sichel aus auf das Meer und die Berge im Hinterland ist einfach atemberaubend. Das Kapitel Reise am Ende dieses Artikels zeigt, wie Sie den Torre di Ligny erreichen.

 

Fußgängerzone – Corso Vittorio Emanuele

Frische Luft macht hungrig. Das gilt gleich doppelt für frische Seeluft und von der gibt es in der Altstadt von Trapani ja genug. Die Lösung dieses Problems bietet die gute Stube der Stadt, die östliche Hälfte des Corso Vittorio Emanuele. Neben vielen Restaurants gibt es hier auch eine Reihe von Sehenswürdigkeiten. Und das Beste: der Corso Vittorio Emanuele ist hier eine Fußgängerzone. Die Restaurants bieten also mehr als einen Platz an der Sonne.

Eine der interessantesten Sehenswürdigkeiten ist die Kirche San Lorenzo. Sie ist die Kathedrale, also der Bischofssitz von Trapani und ist ausserhalb der Gottesdienste für Besucher geöffnet. Der Namensgeber der Kathedrale, San Lorenzo, ist einer der bedeutendsten Heiligen der katholischen Kirche. Er lebte im 3. Jahrhundert und verwaltete das Vermögen der Kirche in Rom.

Als der als Christenverfolger bekannt gewordene Kaiser Valerian 258 dieses Vermögen konfiszieren wollte, verteilte Lorenzo es unter die Armen der Stadt. Dafür wurde er gefoltert und grausam hingerichtet. Die Kirche selber entstand 1102 als Kapelle. Vom 15. bis zum 18. Jahrhundert wurde sie stetig vergrößert. Sie gehört heute zu den zentralen Sehenswürdigkeiten von Trapani.

Das auffälligste Gebäude der Fußgängerzone befindet sich ganz am östlichen Ende des Corso Vittorio Emanuele: der Palazzo Cavarretta. Wie der Namensgeber der Kathedrale, hängt auch derjenige des Palazzo Cavarretta mit religiös motivierter Gewalt zusammen. Am 13.05.1622 wurde in dieser Kathedrale ein gewisser Giacomo Cavarretta, Sohn einer bekannten sizilianischen Adelsfamilie getauft. Nur 12 Jahre später wurde er in einen auf die Kreuzzüge zurückgehenden christlichen Ritterorden aufgenommen. Aus heutiger Sicht wurde aus ihm also ein Kindersoldat.

Während der Kreuzzüge ging es um die Herrschaft über Jerusalem, jetzt um die Herrschaft über das gesamte Mittelmeer. Auf der einen Seite stand das Osmanische Reich, auf der anderen verschiedene westeuropäische Länder und Ritterorden. Der Ordensritter Giacomo Cavarretta kam 1645 (also als 23-jähriger) in einer Seeschlacht zum Einsatz. Das Kriegshandwerk lag ihm. Er machte schnell Karriere und brachte es bis zum Admiral.

Zuhause in Trapani plante man währenddessen ein neues Domizil für den Senat der Stadt. Auch damals schon waren die öffentlichen Kassen klamm und so spendete Giacomo Cavarretta eine große Summe für den Bau. Dafür durfte er insbesondere die Gestaltung der Fassade beeinflussen. So also kam die Casa del Senato zu dem Namen Palazzo Cavarretta. Das Gebäude wurde bis in das 19. Jahrhundert hinein häufig verändert. 1827 erhielt es die beiden auffälligen Uhren. Heute beherbergt der Palazzo Cavarretta einen Teil der Stadtverwaltung. Das nächste Kapitel zeigt, wo Sie die Fußgängerzone von Trapani finden.

 

Urlaub in Sizilien

Die schönen Bilder der Copacabana Trapanis anzusehen ist eine Sache, auf ihr zu stehen aber natürlich eine ganz andere. Um diese Erfahrung machen zu können, müssen Sie natürlich zuerst einmal irgendwie nach Sizilien kommen. Die Anreise zu einem Sizilien-Urlaub geht am schnellsten mit dem Flugzeug. Der erste Schritt Ihrer Reise endet also auf einem der drei Flughäfen Siziliens:

Sie möchten wahrscheinlich nicht auf der Bank vor dem Flughafen übernachten. Also heißt es sich vorher um eine Ferienwohnung zu kümmern. Meine Lieblingsorte für einen Sizilien-Urlaub finden Sie in einer Liste am Ende der Seite. Auf ihren Webseiten finden Sie u.a. einen Routenplaner, der detailliert die Anreise von den drei Flughäfen aus beschreibt.

In der Ferienwohnung angekommen, möchten Sie sicherlich zuersteinmal in der sizilianischen Sonne entspannen. Wenn der Tank wieder voll ist, stehen die Ausflüge an. Die folgenden Wegbeschreibungen leiten Sie mit dem Mietwagen von den weiter unten aufgeführten Ferienwohnungen nach Trapani:

In Trapani angelangt, führt Sie diese Wegbeschreibung mit einem Rundgang durch die Altstadt:

Zu den Salinen ist eine Wanderung zu lang. Diese Wegbeschreibung zeigt daher, wie Sie Ihre Rückfahrt mit einem Besuch der Salinen verbinden:

Der Startpunkt der obigen Wegbeschreibungen sind Ferienwohnungen in den Urlaubsorten Bagheria (Mongerbino), Cefalù und Santa Flavia. Auf diesen Webseiten finden Sie detaillierte Informationen zu einem Sizilien-Urlaub in diesen Orten:

 

 

 

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